Gelistet

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Heute ist der erste Tag, an dem ich denke: Ich habe meine Erkältung so gut wie überstanden. Und bin deshalb, was natürlich nicht wirklich überraschend ist, sehr euphorisch und energiegeladen. Einige Worte dazu, was ich so treibe, hier in Downtown Mittweida:

  • mir vornehmen, dass ich unbedingt häufiger den Tag des besonderen Films in der Filmbühne nutzen muss, solange ich noch hier bin
  • überlegen, wo meine Möbel ab 1. April hinkommen
  • überlegen, wo ich ab 1. April hinkomme
  • Vorlesungen besuchen. Sind die letzten vor der Prüfung. Gleich drei mal die Woche. Ich fühle mich überanstrengt.
  • mir vornehmen, öfter schwimmen zu gehen. Und in die Sauna. Gut, ein kleines Problem muss ich hinsichtlich dessen noch lösen: Mittweida hat kein Schwimmbad. Und nur zwei überteuerte Saunen. Eine davon ist hässlich, die andere kenne ich nicht.
  • viel Kram erledigen. Projektarbeit ist fertig, nächsten Montag Kolloquium. ADM vollkriegen, heißt, meinen IFA-Eintrittschein finden. Notenauszug holen. Bachelorarbeit anmelden. Ich denke, da kommt noch mehr Gerenne auf mich zu. Is ja nicht so, dass ich an einer gut organisierten Hochschule studieren würde. Da gehen Unterlagen schon mal verloren, kann ja passieren.
  • die Bachelorarbeit: Nimmt thematisch Formen an in meinem Kopf. Heute für 10 Euro Zeitungen gekauft: alle dem Tode geweiht. Ja, ich weiß es besser und hebe den Heiligen Gral. Werdet es alle sehen. Am 31. März. Dann ist die Bachelor-Arbeit nämlich fertig. So!
  • Mietvertrag kündigen. Das Datum zurückdatieren. Philipp hat das glücklicher Weise geklärt. überlege, was ich noch alles kündigen muss. oder umschreiben.
  • bewerben. hab ne schöne excel-datei mit allen potenziellen Arbeitgebern. Und den Konditionen, Bewerbungsschluss usw. Sie heißt Quo vadis.xlsx
  • arbeiten. Bedeutet physiologisch sitzen und starren. Ich brauche einen Ausgleich.
  • einen Rodelausflug fürs Wochenende planen. Sachsens längste Naturrodelbahn. 1,5 km lang und über 170 Höhenmeter! Einer der Lieblingsorte meiner Kindheit.Will jemand mit?
  • mir denken: du hast zu viel Energie und du machst wie immer zu wenig draus. Jetzt schalt doch mal das Internet ab.
  • just nach diesem Gedanken bloggen

Zumindest ich nicht, als Was-mit-Medien-Macher und Radsportfan. Rudimentärer Radsportfan.

Die verwunderlichsten Sachen über die Tour de France 2007

  • ZDF/ARD-Kommentatoren glaubten scheinbar nicht an Doping. Bis Patrik Sinkewitz.
  • Die Tagesschau bringt lustige Siegermeldungen zur Tagesetappe. Nach dem Ausstieg des öffentlich-rechtlichen Fernsehen aus der Tour de France.
  • Sat.1 hat keine Sportredaktion, überträgt aber die Tour de France.
  • ARD/ZDF beschweren sich über Sat.1. Anstatt ihre Kraft in Doping-Berichte zu stecken.
  • Es gibt immer noch Radfahrer, die steif und fest behaupten, noch nie gedopt zu haben.
  • Es gibt Jan Ullrich.

Eine Rangliste hab ich mir erspart, man kann aber hier darüber abstimmen. Natürlich weise ich darauf hin, dass ich momentan für die Firma arbeite, die das Portal betreibt. Bin doch kein böser Schleichwerbeblogger.

Ich wollte das schon viel eher bloggen, kam aber nicht dazu. Druckplatten und so. Mit denen hab ich zwar nichts zu tun, mit dem, was verkorkst drauf steht, aber wohl. Is nu aber eh nicht mehr zu ändern, also zum Post.

Den wollte ich eigentlich Ammenmärchen nennen. Denn es geht genau darum. Um früher also mal wieder, um meine Kindheit, die zerbrechlich-wohlbehütete. Darüber schreibe ich ja so gern, befand man mal. Jedenfalls: Mir wurde verdammt viel Scheiße erzählt. Mal abgesehen vom Weihnachtsmann und dem Osterhasen, das waren ja behütende Lügen, deren Wahrheit schlimmer war, als sie selbst. Ich rede hier von Lügen, deren Wahrheit mir die Zornesröte in meine kindlichen (oder eben schon nicht mehr ganz so kindlichen Wangen) trieb. Es folgen meine Top 3.

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100+

Das sehe ich immer, wenn ich mal meinen Feedreader anschmeiße. 100 und mehr neue Meldungen, nicht zum aushalten, die meisten klicke ich weg. Informationssucht adé, ab jetzt gilt es nur noch, der allumfassenden Trägheit zu fröhnen. Es ist auch so furchtbar warm, ich hasse Sommer. Jedes Jahr ein bisschen mehr. Frühling ist okay, aber Sommer, das ist wie Schokolade mit Caramel, irgendwie zu viel. Das alles macht mich zu träge. Zu träge zum Bloggen, zu träge zum Blogs lesen. Deswegen meine Abstinenz.

Gestern war Bergfest. Kaum berichtenswert. Also die Mensaparty. Irgendwie leer. Yellow Umbrella waren lustig und ich vom Fußball-Nudel-Trauma einigermaßen betrunken. Deswegen wars zum Aushalten. Aber warm wars und ich so nass, als hätte ich mich mit Ska geduscht. Im Club war ich dann nur kurz. “Ich bleib noch, ich will mal wieder sehen, wie der Club voll aussieht.” Ich hab vergessen nachzufragen, ob die Zielvorgabe erreicht wurde.

Den Rest der Zeit hab ich viel zu tun, ohne das Gefühl zu haben, damit irgendwie irgendwas voranzubringen. Aber das hatten wir ja schon oft. Dazu kommt, dass ich momentan in einem Verwaltungs-Overkill-Trance lebe, der kaum noch auszuhalten ist. 90 Prozent von dem was ich tue verwaltet das Tun bloß, reine Umschichtungen der Materie Leben, ebenso sinnfrei wie Umverteilungen im bundesdeutschen Sozialsystem. Während ich auf heißen Kohlen sitze, muss ich mich mit einem stumpfen Teelöffel eine Mörtelwand um mich herum einreißen, nur um endlich aufstehen zu können. Es folgen meine Top Verwaltungsaufreger in der letzten Zeit. Eine Hierarchie ist hier nicht zu machen, ich hab’s versucht, aber zwischen Pest und Cholera zu wählen ist zu schwierig für ein träges, aber von wilder Unruhe geplagtes Gehirn.

  • Packen. Ich hasse packen. Packen ist so überflüssig. Nur um irgendwelche Sachen an einen anderen Ort zu befördern, müssen sie ausgewählt und gepackt werden. Grausam. Schlimmer noch ist hochtragen. Oder umziehen. Umziehen ist der Verwaltungsakt schlechthin. Man will einfach nur wo essen und schlafen und muss dafür wochenlang Kisten PACKEN und HOCHTRAGEN.
  • Einparken. Um von A nach B zu kommen, ist es einfach, ein Auto zu nehmen. Das Auto muss aber jeweils ein- und ausgeparkt werden. Reine Zeitverschwendung und noch dazu sehr schwierig für mich. Ich wünsche mir einen Einparker, so einen mit einem roten Hut, wie ihn die Schellenaffen tragen.
  • Joghurt essen. Zum Essen überhaupt habe ich ein seltsames Verhältnis. Ich mag eigentlich gern leckeres Essen, ich hasse es aber, es zuzubereiten. Verwaltung. Bringt mir nichts. Satt machen muss es, ist dann im schlimmsten Fall meine Minimaldevise. Von der bin ich nun schon recht weit abgerückt in der vergangenen Zeit, Joghurts zu essen, halte ich aber immer noch für eine völlig sinnfreie und geldverschwendende Tätigkeit. Joghurts machen weder satt, noch fühlt man, dass man etwas im Mund hat. Und schmecken tun sie meistens auch nicht besonders. Ich kann Leute, die im Kaufland ganze Paletten an Joghurts kaufen sowas von überhaupt nicht verstehen.
  • Schlafen. Ich schlafe gern. Weil ich oft müde bin. Vorallem aber mag ich das einschlafen und das aufwachen, die Zeit dazwischen ist völlig sinnlos. Hat zumindest keinen unmittelbaren Nutzen für mich. Ich merke ja nichts, im schlimmsten Fall träume ich etwas Schreckliches, was in letzter Zeit recht häufig vorkommt. Abschaffen.
  • Schneiden. Audiodateien schneiden sucks. Einfach immer alles live machen. Das bloße Zurechtschneiden von reinen Wortbeiträgen ist nur nervend. Zumal, und jetzt tu ich mal so, als hätte ich Ahnung, es sich sowieso versendet.
  • Suchen. Wenn ich vermisste Dinge nicht nach drei Sekunden finde, raste ich aus. Meistens fluche ich, zetere vor mich hin oder sage Dinge wie: “Hab ich schon erwähnt, dass ich Suchen hasse?”
  • Windows hochfahren/Seiten als EPS ausgeben/Updates machen. Das dauert. Und dauert. Und meistens schaffe ich es nicht, die Zeit mit etwas Sinnvollem zu füllen. Wieder ein Stück meines kostbaren Lebens verschwendet.

Ich könne endlos so weitermachen. Mit allerlei Hausarbeiten, mit Laufen, mit dem Lesen der meisten Emails, mit BAföG-Antrag ausfüllen. Ich weiß, irgendwie ist das fast alles schlicht nötig. Ein Handy funktioniert auch nur, wenn man es auflädt, ohne das der Aufladevorgang an sich irgendeine unmittelbar nutzbare Funktion hätte. Trotzdem wünsche ich mir ein Perpetuum mobile des Lebens. Ein Leben, dass einfach jede Sekunde nutzbar ist, ohne lästiges Verwalten.

Der Zug ist eigentlich längst abgefahren (höhö) und ich wollte eigentlich auch nicht aufspringen (nochmal höhö), aber jedesmal, wenn ich mich in meinen Counter einlogge, muss ich so herzlich lachen über diese skurilen Suchbegriffe, die die Menschen zu meinem Blog führen, dass ich das der nach Unterhaltung gierenden Öffentlichkeit nicht vorenthalten kann.

Ich hab mich gefragt: Wer oder was sind diese Menschen, die da vor ihrer Google-Startseite sitzen und diese Begriffe eintippen?

Zuerst einmal die Schlauen, die die wissen, wie man mit einer Suchmaschine umgeht und die wohl auch gefunden haben, wonach sie gesucht haben. Kleiner Asuzug:

  • casus belli blog
  • casus belli
  • denise blog casus
  • denise nisi

Dann die nicht ganz so Schlauen, bei denen ich mir sage: Es ist ja legitim nach diesen Dingen zu suchen, aber warum kommst du mit deinen Problemen zu mir? Warum findest du nicht schon bei einer viel höher gelisteten Seite, was du suchst? Und liest du auch mal den Umgebungstext bei Google? Beispiele:

  • glashaus dresden schienen
  • foto blumenkohlsuppe
  • gucci-plagiate
  • sächsiches baugesetz
  • rückbauverfügung
  • § 9 juschg
  • loriot weihnachten pallhuber
  • wayne carpendale
  • heimwerkersoap

Dann kommen auch schon die Dummen. Wie kann man bei Google nur so eine Syntax eingeben? Damit kann man ja nur auf einen Blog kommen, der sich der gesuchte Dinge nur als Metapher oder als anderes Stilmittel bedient.

  • pantene pro-v aus polen?
  • warum braucht man einen computer?
  • ich hab meine netzwerkschlüssel verloren
  • alles ueber blesshuhn

Zum Schluss die Leute, die ich definitiv nicht auf meinem Blog sehen will. Geht bloß wieder weg, Arschlöcher!

  • neffe fickt tante
  • vater fickt tochter

Und damit das nicht so garstig endet, noch was zum Schmunzeln:

  • sprichworte bedeutung polen offen (schön, wenn ich helfen konnte)
  • t-shirt zusammenlegen mit trick (und “Hänschen Klein” auf der Halloween-Pfeife spielen)
  • htwm semesterbeitrag (www.htwm.de)
  • world of washcraft (vertippt oder kommt noch jemand auf so einen Schwachsinn?)
  • strumpfhosen im renneinsatz (geiler titel für eine Kurzgeschichte)
  • mundwinkel platzen auf (meine nicht, ich bin süchtig nach Lippenpflegeprodukten)

Ich bin heute sehr früh aufgestanden. So früh, dass mir statt Claims für die FH Mittweida (”Mittweida. Wir bewegen Bildung.”) nur abgegriffene Sprichwörter einfielen. Ich dachte dann einen Teil des Tages über den Sinn gewisser Sinnsprüche nach. Meine Überlegungen münden hiermit offiziell in den Top 5 der sinnlosesten, mir unveständlichsten, von meiner Umwelt dennoch inflationär verwandten Sprichwörter.

5. “Da ist Polen offen!”

Schon seit Daniela-Barbie aus irgendeiner Ausgabe von Big Brother mit diesem Satz durch sämtliche RTL II-Newssendungen noch vor der Zigarre des damaligen Kanzlers Schröder geschleift wurde, kann ich diesen Satz nicht ab. Polen offen? Polen gehört zur EU, Polen ist immer offen, vorallem für Alkohol, Zigaretten und Gucci-Plagiate. Ich weiß natürlich, dass der Spruch historisch bedingt ist. Dass allerdings mit einem Vergleich zu Hitlers Einfall damals heute Stubenarrest und Zickenterror angekündigt wird, halte ich für leicht übertrieben.

4. “Was stehst du denn da rum, und bietest Maulaffen feil?”

Maulaffen feil bieten? Ich verstehe das nicht. Was sind Maulaffen? Wo werden die verkauft? Und was hat das alles mit unnützem Rumstehen zu tun? Unverständlich hoch drei und syntaktisch kompliziert sowieso.

3. “Leute kauft Kämme, es kommen lausige Zeiten!”

Ich hör das meistens so: “Leude, kooft Gämme, es gomm laus’sche Zeiden!” Inhaltlich wird das damit nicht besser, definitiv. Kämme gegen Läuse? Klobürsten gegen Bakterien? Die Funktionalität zweifle ich zumindest an. Und wieso sollte man sich, zugespitzt gesagt, noch einen Luxusartikel kaufen, wenn demnächst das Geld knapp werden wird? Ich glaube, der Spruch wurde nur erfunden, weil er sich so schön sächsisch aussprechen lässt.

2. “Da beißt die Maus keinen Faden ab!”

Früher, wenn meine Mutti noch mit mir geschimpft hat und dann als Abschlussstatement diesen Satz brachte, musste ich immer lachen. Spätestens da. Ist es evolutionär von Bedeutung, ob Mäuse Fäden abbeißen? Geht das vielleicht darauf zurück, dass, wenn die Diskussion nun ohne wenn und aber beendet ist, niemand mehr am Thema rumzunagen hat? Ich weiß es nicht. Meine Mutti fand den Spruch wohl immer einschüchternd. Und wurde nur noch wütender, wenn ich mich darüber lustig gemacht habe.

1. “Der letzte ist immer ein Kombi!”

Der Spruch folgt oft nach “Hier wirste nur noch mit den Füßen voran rausgetragen.” Der letzte ist immer ein Kombi? Soll ich das gut finden? Drückt das den kleinbürgerlichen Wunsch aus, irgendwann mal einen VW oder Skoda Kombi zu besitzen, statt dem Opel Corsa? Wo hinten die Kühlbox reinpasst, wenn man mit den Kindern zum See fährt? Und wenn das damit nicht klappen sollte und man aufgrund räumlicher Enge immer nur matschelige Duplo-Riegel anbieten kann, dann ist doch wenigstens der Leichenwagen ein Kombi? So ein Schwachsinn.

2006…

liegt röchelnd in seinen letzten Zügen. Die Jauchs und Kerners dieser Welt haben ihre zu vorsätzlich tränendrüsendrückenden Jahresrückblickshows moderiert, Weihnachten hat es mal wieder nicht geschneit und ich versuche, meiner sentimentalen Ader die Blutzufuhr abzudrehen. So recht gelingen will es nicht. Schließlich ist schon wieder ein Jahr rum, noch dazu eines der bisher wichtigsten in meinem Leben. (Jaaa, jetzt ist der Zeitpunkt zum Schluchzen gekommen!) Gemäß irgendeinem blöden Kalenderspruch freue ich mich jetzt aber einfach mal, dass ich dabei gewesen bin und erlaube mir die Schwäche eines kleinen Rückblicks.

Den Januar hab ich freilich nicht nüchtern begonnen, hab mich schnell an die 06 gewöhnt und bin später dem Flexx beigetreten. Seitdem haben meine Gewichtsschwankungen in erschreckender Weise zugenommen.

Im Februar hab ich Strohballen zu den Klängen von Ennio Morricone durch Mittweida wehen sehen, mit der einzig verbliebenen Asti nichts mehr zu reden gehabt, deswegen ein Spiel von der Rückseite der Toffifee-Packung ausgeschnitten und zusammengeklebt. Zwei Etagen! Würfel hatten wir keine, aber unbegrenztes Vertrauen zu einander. Nebenbei hab ich in zwei Wochen fünf Belege geschrieben.

Zum März will mir einfach nichts einfallen. Ein Fehler in der Matrix? Mein altbekanntes Chronologisierungsproblem? Festplattenteilformatierung durch zu viel Alkohol? Schlaf? Arbeit?

Im April hab ich mir meine zarten, mit Florena Hand&Nail gepflegten Hände und einen Großteil des restlichen Körpers dreckig gemacht und das erste Mal ein eigenes Hexenfeuer aufgebaut, um es später angemessen mit Tequila und Grappa und den anderen Aufbauern zu begießen.

Im Mai hab ich mich emotional gequält, selbst nicht mehr verstanden und mit euphorischer Überschätzung der Situation eine Freundschaft kaputt gemacht.

Im Juni bin ich auf einer dermaßen geilen Fußball-Welle mit geschwommen, dass ich es nicht mal schlimm fand, mir nach dem Italien-Spiel jungenhaft die eine oder andere Träne in Leipzigs Straßenbahnen zu verkneifen.

Nicht nur, aber auch im Juli bin ich unterm Zaun auf den Chemnitzer Uni-Sportplatz durchgekrochen. Nicht ohne allerdings vorher eine Decke gegen den Schmutz unter zu legen. Die weißen Shorts dreckig zu machen, blieb beim Beachen ja noch genug die Möglichkeit.

Im August hab ich im Zelt geschlafen, unendlich oft Schwäne und Sonnenuntergänge fotografiert und mich von Fünftklässern im Fußball abziehen lassen. Um das zu verdauen, hab ich, meinem Intellekt frönend, sechs Stunden im Deutschen Historischen Museum verbracht und nachts zwei Stunden ununterbrochen Assoziationskette gespielt.

Im September hab ich mich über jedes „Gebatessssss“, jedes Alt-Opa-Schnaufen und jedes grinsende Hinterherlaufen gefreut und all das später dann schmerzlich vermisst.

Die Fachhochspiele im Oktober waren spaßig für mich, ich hab aber auch gelernt, dass ich besser was anderes machen sollte. Ansonsten kann ich mich irgendwie nur an viel Alkohol und noch mehr stupide Geistlosigkeit erinnern.

Der November wollte mir beibringen, dass Schlaf ein hohes Gut und Kreativität eine Droge ist. Nebenbei hab ich wieder mal den Mauerfall auf dem Klo hockend verpasst erlebt und sogar eine Banane abgestaubt. Wer hat die eigentlich?

Mit den Würfeln, die ich nach der Toffifee-Spiel-Aktion vom Februar gekauft hatte, schließt sich im Dezember der Kreis: Sie kommen zu ihrem ersten Einsatz. Außerdem hab ich das Pokern wiederentdeckt bekommen und menschlich ein paar der besten Entdeckungen des vergangenen Jahres oder vielleicht auch überhaupt gemacht.

Nachschlag?

Wörter des Jahres, sorgfältig ausgewählt

  • Sozialpornografie
  • Argentinen-Spiel („Argentinien“ ist hier Platzhalter, das Land ist aus denen, gegen dessen Nationalmannschaft Ballack und Co. gespielt haben, frei wählbar)
  • Gemurfel

Sprüche des Jahres, merke: Running-Gags für 2007

  • “Früher war Heinz ein Vorname. Jetzt ist Heinz ein Lebensstil.”
  • „Guck mal, der Mond da hinter den Wolken, das hat man bestimmt mit dem Gauß’schen Weichzeichner gemacht!“
  • „Beim Kopfrechnen habt ihr nur gelabert!“

Das Beste an 2006 war….

  • die Sonne im Sommer
  • die unendliche Geschichte „Terrassen-Krimi“
  • die Unicum-Tüten in der Mensa

Das Schlimmste an 2006 war…

  • die AMAKs und ihr Red-Bull-Schnaps
  • das Fernweh und die Kater-Kopfschmerzen, wenn das Paracetamol gerade mal aus war
  • dass ich nicht Bowlen kann

Und 2007? Vorsätze hab ich keine, wie jedes Jahr. Vermutlich werde ich einfach so weiter machen. Zu viel trinken, zu wenig schlafen. Im Haus vier am Automaten Kaffee schlürfen. Gegen Lantzschi noch viele tolle Battle-Texte verfassen. Zu jedem Stichwort eine Liedzeile anstimmen. Beim Activity gewinnen. Mein Gehirn nochmal wiegen lassen und auf mehr als 1034 Gramm hoffen. Mit Ohrstöpseln schlafen und ohne viel zu laute Musik hören. Meine Augenringe pflegen. In der Mensa Schnitzel mit Pommes und im Bukowski Nachos mit Käse essen. Zu viel Hesse lesen. Mit der Redaktion viele gute und schlechte NOVUMs produzieren. Und jeden Tag – wenn ich es nicht mal aus Versehen vergesse – froh darüber sein, dass ich doch nicht Rechtsanwaltsgehilfin geworden bin. Vielleicht zieh ich um, denn davon träumt mein prophetisches Gemüt zur Zeit ständig. Vielleicht gelingt es mir, Fotos von mir machen zu lassen, auf denen ich einfach nur – ohne Zunge, ohne Grimasse – in die Kamera gucke. Vielleicht geh ich endlich mal zum Zahnarzt. Vielleicht läuft mir die Liebe meines Lebens über den Weg. Vielleicht gewöhne ich es mir ab, an den Nägeln zu kauen. Vielleicht werde ich geduldiger. Vielleicht lass ich mich fürs Bloggen bezahlen und kaufe von dem Geld die AMAK AG. Auf jeden Fall aber freu mich mich drauf. Prost!

Festessen

Wenn die Gans schon im Chorgesang gelobt wird, die Geschenke zum bereits dritten Mal bewundert werden, in Gedanken längst die Umtauschliste geschrieben wird und Weihnachten immer noch nicht vorbei ist, dann hab ich hier ein Festtagsgericht, das nicht so schwer im Magen liegt wie Kartoffelsalat und mit dem Weihnachten länger Spaß macht.

Vorspeise: Jetzt.de hat die Weihnachten am häufigsten geklopften Sprüche zusammengestellt. Von Onkel Heinz, der auf die Freundin des Neffen scharf ist, über Mutti, die sich über die Essgeschwindigkeit der Festtagsgäste beschwert bis hin zu Papi, der es beim Weihnachtsbaumschmücken wieder keinem recht machen kann. Köstlich! Und sollte die Familie auch nach dem dritten Glühwein nicht auf Selbstironie stehen, dann ist es immerhin noch was zum leisen Schmunzeln unter der Federbettdecke kurz vorm Einschlafen.

1.Gang: „Weihnachten bei Hoppenstedts“ von und mit Loriot. Der Virtuose der Running Gags („Ein Klavier, ein Klavier!“), der Vater aller Sketche und Todesengel jeder Freitag-Abend-Sat1-Comedy-Geistlosigkeit at his best. „Gezapft und originalverkorkt – plopp – von Pallhuber & Söhne!“ Ein echter Gaumenschmaus!

2. Gang: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Eigentlich nicht zu verpassen, kommt es doch um Weihnachten mindestens viermal auf jedem einzelnen Dritten Programm und oft auch noch mal in der ARD, vorzugsweise morgens gegen elf. Schön, wie Träume Stück für Stück wahr werden. Und noch viel schöner, dass das alles nur von drei nutzlos erscheinenden Haselnüssen kommt. Der an manchen Stellen hervorlugende Wortwitz vom von Rolf Hoppe - einer von den sozialdemokratischen Schauspielern, bei dem die vor dem Fernseher versammelte, alternde Verwandtschaft immer sagt: “Das ist doch hier der… Mensch, wie hieß er noch?” - verkörperten König und Vater des angebeteten Prinzen würzt zudem. Und es ist doch immer wieder süß, wie sie am Ende zu den Ding-Ding-Ding-Klängen über das beschneite Feld in eine glückliche Zukunft reiten.

3. Gang: Hoch vom Sofa - oder den notdürftigen, am Hintern schon schmerzenden Klappstühlen, weil man der letzte war der gekommen ist - und raus in die sternenklare Weihnachtsnacht. Nach dem Stern von Bethlehem zu suchen, ist vermutlich sinnlos, dafür kann man Lichterbögen zählen, mit affektierten „Oh“s und „Ah“s geschmückte Vorgärten bewundern, in Erwartung des baldigen Silvester-Happenings schon mal ein paar Wunderkerzen anzünden und versuchen, damit seinen Namen in die Luft zu schreiben oder einfach nur laufen und sich über räucherkerzenrauchfreie Luft freuen.

Nachspeise: „Adeste fidelis“ singen. Vielleicht sind das die Nachwehen meines jahrelangen Latein-Drills, vielleicht mag ich dieses Weihnachtslied einfach nur so. Besser als „Stille Nacht, heilige Nacht“ allemal. Und wenn Opa und Oma sich gerade mal wieder gestritten haben, wessen Augen Sohnemann nun geerbt hat, ist das auch ein netter Friedensstifter, der garantiert Weihnachtsstimmung aufkommen lässt.