Der Dollar verliert gegenüber dem Euro scheinbar rasant, der Ölpreis steigt gleichzeitig auf Höhen jenseits zumindest meiner Vorstellungskraft. Das ist schlecht für den deutschen Export und die Autofahrer und überhaupt ist das Leben ja zum Heulen. Die berühmte zweite Seite der Medaille glänzt aber auch in diesem Fall: Niedriger Dollar = billig einkaufen in z.B. den USA.
Das hatte bisher einen Haken: Wer nicht gerade zufällig USA-Urlaub macht, wenn der Euro mal wieder eine neues Rekordhoch erreicht, der muss sich die gewünschte Ware schicken lassen. Nun ist das ja nicht wie bei der Deutschen Post, die für euer Paket ein bisschen mit Thomas Gottschalk von Frankfurt nach Leipzig jettet, sondern das kostet richtig, manchmal mehr als die Ware selbst. Und obendrein liefern Onlineshops aus den USA manchmal auch überhaupt nicht nach Europa.
Hier schlägt die Stunde für BPM-Lux. Die sorgen dafür, dass man eine virtuelle Postadresse in den USA bekommt (um beim Beispiel zu bleiben, das ganze funktioniert in fünf weiteren Ländern), zu der die Ware geschickt wird. BPM-Lux leitet das ganze dann nach Deutschland weiter - was erstens das Lieferproblem nach Europa aus dem Weg räumt und zweitens nen ganzen Zacken billiger sein soll. Schick!
BPM-Lux bietet noch eine ganze Menge anderer Sachen an und da fängt für mich ein bisschen das Problem an: In eurem virtuellen Postfach kann auch anderes Zeug, ganz normale Briefe zum Beispiel, empfangen werden. Seit ihr gerade nicht zu Hause, scannt BPM Lux das Zeug für euch ein und ihr könnt es online lesen. Im englischen wird das “mail forwarding” genannt, ein Begriff, den ich durchaus schon mal gehört habe: möglicherweise bereits Standard in anderen Ländern? Damit wäre zumindest mein erstes Problem beantwortet, nämlich das nach der praktischen Anwendung: Braucht das jemand? Wo es hier sicher irgendeine Nischen-Zielgruppe gibt, ist mein anderes Problem ein viel größeres: Auf den Seiten von BMP-Lux fühle ich mich weit ins Zeitalter vor dem evolutionärem Sprung des WWW mit Hilfe des Web 2.0 zurückversetzt. Die Erklärungen der einzelnen Angebote sind grafisch wenig ansprechend umgesetzt und für einen hektischen Surfer der Generation Google wie mich gar nicht in einem angemessenen Zeitrahmen erfassbar. Klar, gut Ding will Weile haben und ein gutes Produkt muss vielleicht nicht mit technisch und grafisch einwandfreier Umsetzung glänzen - könnte es aber. Und man ist es halt so gewöhnt. Unverzeilich jedenfalls ist es, dass ich auf der Startseite in Stichworten ein paar Brocken hingeworfen bekomme, und wenn ich, bereits nach selbigen lechzend auf “Mehr Informationen” klicke, kriege ich eine vorsteinzeitliche Liste mit Häckchen, abgestuft nach den Tarifen der BPM, wo die einzelnen Angebot ebenso kurz (in ein/zwei Worten) beschrieben sind. Um meine Fragezeichen im Kopf zum Gehen zu überreden, muss ich erstmal den Link zu den einzelnen Tarifen finden und erst hier wartet eine wirklich gut gemachte Grafik auf mich, die mir zusammen mit ein bisschen verständlicherem Text die ganze Sache erklärt. Jetzt weiß ich wirklich Bescheid - für meinen Geschmack aber etwas zu spät.
Das Angebot von BPM Lux ist freilich nicht kostenlos. Aber durchaus bezahlbar für den Service.
Fazit: Ein sehr nettes Tool, vor allem für die, die oft in Übersee bestellen. Auch die anderen Angebote haben in der Jetsetter-Welt sicher ihre Zielgruppe. Schade, dass so ein wirklich nützliches Produkt fast schamhaft unter einer Mittelklasse-Website versteckt wird. Wenn BPM daran noch arbeitet, dann kann man hier von einer rundum gelungenen Geschichte sprechen.

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