Der Nörgler.

Ich bin ein Nörgler. Das muss ich offen zugeben. Ich nörgle gern. Gänzlich ohne Lösungsansätze, aber auf hohem Niveau. Manchmal nörgle ich sogar wider besseren Wissens, einfach um des Nörgelns willen. Oftmals wirke ich deswegen verbittert oder pessimistisch. Verbittert bin ich nicht. Jedenfalls nicht, nachdem ich genug genörgelt habe. Das ist, so vermute ich, ein Grund, mich nicht zu mögen. Das macht das Nörgeln umso interessanter. In den vergangenen Tagen gab es nun aber wirklich viel zu nörgeln.

Nörgelgrund Nummer 1: Die Blockwochen

Ich finde die Inhalte des Unterrichts interessant und ich bin froh, dass zu wissen, was ich vorher nicht wusste und jetzt weiß. Zu nörgeln gibt es dennoch einiges: Hat was von Torschlusspanik, jetzt so kurz vor dem Abflug den Studierenden nochmal sowas wie Wissen beizubringen. In zwei Wochen von 0 auf 100, das ganze Wissen eines Studiengangs in 10 Tagen - wäre ein guter Werbeslogan für den Fachbereich. Mehr als diese 2 Wochen braucht es nicht: Es wiederholt eh schon viel dagewesenes, nur besser. Da bekomm ich richtig Lust, nochmal ein echtes Studium anzufangen. Mit dem Bereuen hab ich’s ja nicht so, schade ist es aber schon, bloß zu erahnen, was ich alles nicht weiß, wohl aber gerne wissen würde.

Nörgelgrund Nummer 2: MOF trifft Menschen - Die Blockwochen Teil Zwei

Ich weiß schon, warum ich normalerweise keine Vorlesungen besuche: wegen den Kommilitonen. Freilich bei Weitem nicht wegen allen, aber leider stechen diese ganzen peinlichen Existenzen heraus, die ich das ganze Studium nicht sah und die nun glauben, ihre Stunde sei gekommen. Sie schreiben eifrig mit und motzen rum, wenn sie mal nicht schnell genug hinterherkommen. Sie tun so, als wüssten sie viel. Dabei wissen sie nur das, was sie irgendwo gelesen haben. Sie gehen mir auf den Sack. Und sie halten mich auf. Nicht mehr lange…

Nörgelgrund Nummer 3: Kompetenz trifft charakterliche Schwäche - Die Blockwochen Teil Drei

Wenn ich eines nicht leiden kann, dann ist es, wenn Menschen ihren Job nicht anständig machen. Ich muss mir keinen gelangweilten Dozenten geben, der angepisst ist aufgrund der Umstände, die ich unter Nörgelgrund Nummer 2 beschrieb. Seinen durchaus interessanten Stoff schlicht durchzieht und seine Arroganz bezüglich der verweigerten Wissenspreisgabe an dieses Publikum noch nicht mal zu vertuschen versucht. Da hab ich wirklich Besseres zu tun. Nörgeln zum Beispiel. Wer keinen Bock hat, kann wegbleiben. Dann nimmt er für diesen Drecksunterricht wenigstens nicht den - vermeintlichen - Nokia-Style Dumping-Lohn mit.

Nörgelgrund Nummer 4 - Die Mensa

Warum gibt’s um 13 Uhr schon nur noch ein eingeschränktes Angebot? Warum schmeckt’s da immer so scheiße? Warum bezahl’ ich immer höhere Preise für den Fraß? Warum muss man immer warten? Auch wenn niemand ansteht? Warum muss man an den Tischen zwischen den beiden Mensasälen sitzen? Warum hab ich mittags Hunger?

Nörgelgrund Nummer 5 - Medienmagazine

Warum höre ich auf SR 2 quasi das gleiche Medienmagazin wie auf B 5? Was machen die mit den Gebühren?

Nörgelgrund Nummer 6 - Das Wetter

Spaß.^^

  1. Endlich mal jemand, der was zu der miserablen Qualität so mancher Kurse der HTWM schreibt und endlich mal etwas außer den ganzen sich selbst lobpreisenden Hochschulmedien. Es ist eine wahre Freude, das hier alles zu lesen, weil es leider genau das wiederspiegelt, was sich so ziemlich jeder denkt, aber es leider keine Möglichkeiten gibt, das mal innerhalb der Hochschule anzusprechen. Lieber vergräbt man sich seitens der Hochschule in eigene Lobpreisungen der angeblich so hohen Qualität und des ach so hohen Praxisbezugs. Das ist alles gequirlter Mist und so mancher aus der Wirtschaft würde sich wohl sehr wundern, wenn er sehen würde, was man dort in einem halben Jahr so alles “lernt”. :) Mach weiter so.