“Wir kriegen euch alle!”

Heute Schwarzer-Block-Demo in Mittweida. Mit den üblichen Sprüchen.

Ich: “Na wenn das die Lösung ist…”
Er: “Das ist die einzige Lösung, die angeboten wird…”

Scheiße, wie recht er hat!

  1. Also ich war als Roter da :) mit der festen Überzeugung, dass Faschismus ein kapitalistisches Problem ist, welches gleichzeitig, neben dem Naziproblem gelöst werden muss. und ideologisch gesehen, hoffe ich darauf alle zu kriegen.

    Und der “übliche” Spruch dazu

    ROT FRONT! Genossinnen und Genossen!

  2. dass Faschismus ein kapitalistisches Problem ist, welches gleichzeitig, neben dem Naziproblem gelöst werden muss.

    ich bin leider nicht in der lage, den satz auf anhieb zu verstehen. du meinst also: naziproblem ist kein faschismus oder wie? oder meinst du, man sollte dieses rot front problem (=faschismus) gleichzeitig mit dem naziproblem lösen? da würde ich dir umgehen zustimmen.

  3. “Lasst uns ein Zeichen setzen:
    In Mittweida sind nicht nur Nazis
    sondern gerade und vor allem couragierte Studenten.
    Wir schauen nicht weg!”

    Ich selbst kann mich ebenfalls mit fast keinen der proklammierten Inhalten der Antifa eindeutig identifizieren. Deswegen gestern auch wieder viel innerliches Kopfschütteln bei der Demo. Aber vom Bauchgefühl her betrachtet, steckt da für mich trotz allem mehr Überzeugung und ehrlicher Wille zur Veränderungt dahinter als bei der oben angekündigten Sache. Wo wart ihr den auf der letzten Demo im Sommer, oder wo war eure alternative Veranstaltung, nachdem selbige von euch boykottiert wurde , WO WAR EURE STIMME …?
    Der Antifa wird ihre Reisebereitschaft und ihr zahlenmäßiges Auftreten automatisch als “Bock auf Stress mit den Bullen” ausgelegt. Den gabs ja in MW bekanntlich bisher nicht. Der “Strassenkampf” der auf der folgenden “Studentendemo” stattfindet, wird sich um die besten Plätze am Glühweinstand drehen und vor allem auch ein innerer sein. Darum sich einzugestehen, dass man zu spät und ineffektiv handelt, und ausser dem innig geteilten Suhlen im Gutmenschentum nicht viel mehr mit nach Hause nehmen wird, als den beruhigenden Gedanken, sowieso nicht mehr lange hier im “braunen Osten” sein zu müssen.

    Gehe trotzdem hin um mich eines Besseren belehren zu lassen.

  4. Schade, dass ich nicht sofort verstanden wurde, muss halt noch lernen um “alle zu kriegen”.
    Also deutlicher!
    Faschismus _ist_ ein kapitalistisches Problem! Welches, das Problem - Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus - beinhaltet die Lösung des Faschismusproblemes.
    Kein Kapitalismus - kein Faschismus!

    Und der “übliche” Spruch dazu, welcher den Weg zur Überwindung des Kapitalismus weist, heißt nun mal definitiv

    ROT FRONT! Genossinnen und Genossen

    Und dieses “ROT FRONT! Problem! (ungleich Faschismus!) gleichzeitig mit dem Naziproblem zu lösen, geht nicht, denn es bliebe der unversöhnliche Widerspruch bestehen, dass der Kapitalismus bleibt und immer wieder Faschismus hervorbringen würde und, so sei es gedankt, auch deren Untergang. Der Weg führt nur in die Barberei oder zum sozialistischen Gesellschaftsmodell.

    Und deshalb war ich als “Roter” und nicht als “Schwarzer-Block” auf dieser Demo. Und freute mich gemeinsam mit vielen anderen ein gemeinsames Ziel zu haben, gegen Nazis zu demonstrieren und für Bürgercourage aufzutreten. Der Erkenntnisgewinn s.o. der zur Lösung des “Naziproblemes” mich brachte, ist natürlich auch ein langer Weg mit Hürden, Hindernissen und Erfolgen, aber ich bin ja auch schön alt wie ein junger Demonstrant feststellte.

  5. mit soviel populismus kann ich politisch nicht mithalten

  6. Na gut, also es gibt ja noch genügend Wege Dinge zu lernen :)
    Vielleicht hilft ja die Formulierung des Anliegens eines Dichters und Lyrikers die Sache näher zu bringen.

    ALS DERFASCHISMUS IMMER STÄRKER WURDE

    Als der Faschismus immer stärker wurde in Deutschland
    Und sogar Massen der Arbeiter ihm immer mehr zuströmten
    Sagten wir uns: Unser Kampf war nicht richtig.
    Durch das rote Berlin gingen frech zu vieren und fünfen
    Nazis, neu uniformiert, und erschlugen uns
    Die Genossen.
    Aber es fielen von uns und Leute des Reichsbanners.
    Da sagten wir den Genossen von der SPD:
    Sollen wir dulden, daß sie die Genossen erschlagen?
    Kämpft mit uns in dem antifaschistischen Kampfbund!
    Wir bekamen die Anwort:
    Wir würden vielleicht mit euch kämpfen, aber unserre Füher
    Warnen uns, roten Terror gegen den weißen zu stellen.
    Täglich, sagten wir, schrieb unsere Zeitung gegen den
    Einzelterror
    Täglich aber auch schrieb sie: wir schaffen es nur duch
    Rote Einheitsfront.
    Genossen, erkennt doch jetzt, dieses kleinere Übel, womit man
    Jahre um Jahre von jeglichen Kampf euch fernhielt
    Wird schon in nächster Zeit Duldung der Nazis bedeuten.
    Doch in den Betrieben und auf allen Stempelstellen
    Sahen wir den Willen zum Kampf bei den Proleten.
    Auch im Osten Berlins grüßten Sozialdemokraten
    Uns mit Rot Front und trugen sogar schon das Zeichen
    Der antifaschistischen Aktion. Die Lokale
    Waren an den Diskussionsabenden übervoll.
    Und sofort wagten die Nazis
    Sich bald nicht mehr einzeln durch unsere Straßen
    Denn die Straßen zumindest sind unser
    Wenn sie die Häuser uns rauben.

    Bertolt Brecht

    Auf ihn, Brecht, kam ich übrigens, als gestern Abend im ZDFTheaterkanal Harald Schmidt Brecht zitierte.

    Und noch was, soviel Polulismus war es gar nicht von mir ;)

    An der Hochschule findet sich bestimmt in einer Ecke ein Buch um darüber nach zu lesen was jenes ist.

    Das war es von mir in diesem Teil des Blogs
    ciao

    Populismus (von lat. populus = Volk)

    mehrdeutig verwendeter Begriff extrem unterschiedlicher Bewertung.
    [Band 7. Politische Begriffe: Populismus. Lexikon der Politik, S. 9434
    (vgl. LexPol.Bd.7, S. 514) http://www.digitale-bibliothek.de/band79.htm ]