Es ist verrückt. Vor dem Sommer hab ich nichts mehr gewollt, als die neue Aufgabe beim Praktikum. Zum Ende von eben diesem hab ich nichts mehr gewollt, als mich wieder meinen Aufgaben in Mittweida zuzuwenden. Ich weiß, wie blöd sich der letzte Halbsatz anhört, aber er ist wahr. Und traurig ist er auch. Nicht wegen Mittweida, die Diskussion hab ich lange satt. Sondern weil ich befürchte, dass das mein restliches Leben so weiter gehen wird. Dieser Hickhack. Ständig muss irgendwas neues her. Ständig muss irgendwas neu anfangen und dann aber bitte genauso schnell wieder zu Ende gehen. Ob mich das anstrengt? Nicht sonderlich. Ob ich trotzdem will, dass es aufhört? Unbedingt.
Vielleicht noch ein paar Worte zum Praktikum. Ich habe es in der leisen Ahnung angetreten, dass es nicht das ist, was ich machen will. Es war dafür gedacht, aus einer Ahnung Gewissheit zu machen. Das ist mir gelungen - was die Arbeit im Praktikum nicht abwerten soll. Sie war intensiv, konstruktiv und überhaupt nicht zu unterschätzen. Aber: Ich will schreiben, so viel steht fest. Ich weiß nicht, ob ich das gut genug kann, ich weiß nur, dass ich nichts anderes kann.
Sonst… Berlin ist nett. So als Stadt meine ich. Ich hab eine Weile gebraucht, bis ich die Stadt nett fand und mehr als nett war in den zwei Monaten nicht drin. Vielleicht ist das nie drin. Kein Flair, kein Gesicht - aber sozial interessant, irgendwie schön und außerdem immer voll. Deswegen nett.
Jetzt? Es geht weiter. Wie gewohnt. Ein halbes Jahr noch NOVUM, 99drei, Bürkel-Halle und Studentenclub. Danach dann noch viel weiter und so. Glauben wir ja alle dran. Und machen uns keine Sorgen drum. Und wenn nichts mehr geht - medien-mittweida.de hilft.
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…hm, das Gefühl kenne ich, ab und an, nichts anderes zu können als schreiben bzw. zumindest nichts anderes zu wollen. Mit der von Dir genannten Einschränkung: ist es gut genug? reicht das denn? Und zumeist verkneife ich mir diese Gedanken dann, denn wo soll denn das hinführen?…
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So ging´s uns allen hier am Anfang: wat will´ste eigentlich machen hier in der Bude - schreiben, telefonieren usw.
Bei dem “nicht anderes können” muss ick dir mal widersprechen - konzeption: da haste dich ja nich dumm anjestellt
dein schreibstil war och nich zu verachten: schön flüssig und gute metaphern - das wird mit nen bißchen übung schon war werdenVG
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ach denus, du sprichst mir aus der seele…
ich vermisse dich ein wenig im großen, anonymen, kalten, gesichtslosen, grauen berlin.

gerade hier peitscht einem die “versager”-stimmung so hart und klar ins gesicht wie ein eissturm in kanada.nun denn, flairlos (gibts das wort?) würde ich sie trotzdem nicht bezeichnen. dafür warst du wahrsch. noch nicht lange genug da
ansonsten viel spaß in mittweida, das letzte halbe jahr. sei fleißig, fang zeitig genug mit der BA an, denn da kannste nicht sagen, heute mahc ich das, morgen mach ich das …
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1. ich glaube, ich weiss genau, was Du meinst
2. bei manchen menschen hört dieser drang nach veränderung und neuem nie auf
3. das ist auch gut so
lg
PS: um sich in Berlin wohlzufühlen, braucht es zeit und die richtigen kontakte. da würde ich keine voreiligen schlüsse ziehen. bei mir hat es zehn jahre lang immer wieder kurzbesuche gebraucht, bevor ich dann begeistert in die hauptstadt gezogen bin - können wir ja bei Deinem nächsten ausflug nach B dran arbeiten!?

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