Ein letztes Mal: Stromausfall

Gerade war ich für ein paar Minuten nicht ansprechbar. Mit offenem Mund saß ich vor diesen Berichten und Videos. Schlimm. Das Ende der Spaßgesellschaft.

Fast zynisch ist es daher, zum Mittweidaer Stromausfall zurückzukehren, dessen Ablauf hier von einem Betroffenen geschildert wird. Deshalb von mir nur kurz ein paar Daten und Fakten.

Zahlen

Dienstag gegen 5 Uhr morgens hat es im Umspannwerk angefangen zu brennen. Gebrannt hat es 4 Stunden und beschädigt wurden 25 Schaltkästen. Zu Hochzeiten waren 14.500 Haushalte ohne Strom. EnviaM-Sprecher Stefan Buscher hat sowas seit 10 Jahren nicht mehr gesehen. Der hat auch behauptet, bis 19 Uhr (gestern) solle der Strom wieder dasein. Offiziell behauptet er, heute morgen um 5 Uhr sei er wieder überall dagewesen. 24 Stunden ohne Strom wären das dann. Inoffiziell hört man was anderes. Der Brand soll 650.000 Euro Schaden angerichtet habe - Schadensersatz wird die envia auch noch zahlen müssen. 27 Besucher über Google so irgendeinem Suchbegriff rund um den Stromausfall zählt Blogcounter. Vearscht sich damit selbst. Die unique user-Zahlen sind um ein Vielfaches von 27 höher als sonst.

Medien

Es wurde eine ganze Menge darüber berichtet. Verlierer ist die enviaM selbst, auf deren Seite nichts aber auch gar nichts konkretes zum Stromausfall zu lesen ist. Nur soviel: Der Strom ist ausgefallen und inzwischen wieder hergestellt worden. einen Orden für dieses Wissen. Gewinner ist die Freie Presse. Bei der menschelts wenigstens noch: Nur knapp dem Tode entronnene Fische und Erhard Hellmig, der noch keinen neuen OP-Termin hat.

Meine Fragen: Wie viel Verantwortung packt man eigentlich auf die Schultern eines einzigen Umspannwerkes? Und sieht ein Notfallplan so aus, das die meisten Menschen erstmal 24 Stunden keinen Strom mehr haben? Wieso hat der HTWM-Server keinen Notfallplan? Und - jetzt kommt der Knaller - warum ist diese Gesellschaft so abhängig vom Strom?

  1. naja… so ein umspannwerk ist ja nichts weiter als ein gigantischer trafo der am hochspannungsnetz hängt und dann so und so viel verbraucher versorgt. ich weiß nicht, ob 14.500 abnehmer zu viel sind, glaubs eigentlich nicht. viel beängstigender ist die vorstellung, dass terroristen mehrere solcher werke lahmlegen könnten - und zwar mit einfachsten mitteln. einfach ein paar brandsätze über den zaun geschleudert und schon gehen die lichter aus. ein anschlag auf das energienetz ist das schlimmste, was man sich so vorstellen kann.