August 2007

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Kurz lachen.

Ich dachte mir zwar schon immer diffus, dass es sie wirklich gibt, diese diffuse Organisation aus dem Lied, dass man sich hier anhören kann. Gerade habe ich ein bisschen lustlos auf dem Portal meines Arbeitgebers rumgesurft, um irgendeine Inspiration für meine Arbeit hinter dem nächsten Link zu finden und kam dann auf eine Seite, über die ich kurz lachen durfte. Für Eingeweihte reicht ein kurzer Ausschnitt aus dem Screenshot der Seite, um zu wissen, warum ich lachte:

Es gibt sie tatsächlich. Irgendwie son Ding, das man erst richtig festgestellt, wenn’s ins Auge springt. Für mich jedenfalls.

Doofer Spruch. Manchmal wünschte ich, es wär einer.

Eigentlich schon peinlich, wenn man den Namen seiner Interviewpartnerin nicht richtig schreiben kann. Noch peinlicher finde ich es ja, dass es in der Überschrift passiert. Und dann im Text nie wieder. Der Text ist außerdem schon seit vier Tagen online und das Internet nicht unbedingt für seine Endgültigkeit bekannt. Was ich meine? Das hier. Der Autor steht mit seinem Fehler aber nicht unbedingt allein da: Google für falsch - 208.000 Ergebnisse und Google für richtig - 146.000 Ergebnisse.

Aber was machen Trainer und Manager vor entscheidenden Spielen, etwa im Europacup, wo es um Millionen geht – wenn man glaubt, dass die anderen nicht nur Vitaminpillen schlucken?

Bei den Bayern geriet auch Dettmar Cramer ins Visier, der den Verein in den Siebzigerjahren trainierte. Sepp Maier behauptete in einem Buch, dass »der Cramer kleine weiße Tabletten verteilt hat, mir aber keine geben wollte, weil ich sie nicht brauchte. Ich sei schon aufgedreht genug. Auf meine Frage, was das für Tabletten seien, antwortete er augenzwinkernd: ›Salztabletten. Die sollen bloß meinen, es wäre Doping.‹ Ein bisschen habe ich mich gewundert, warum ich dann keine bekommen habe.«

Der Radprofi Jesús Manzano bezeugt, er habe Real-Stars bei Fuentes ein- und ausgehen sehen. Der Hexer gibt zwar kein Doping zu. Aber warum sonst sollte sich die Creme der iberischen Fußballklubs, neben Real angeblich der FC Barcelona, Betis Sevilla und Valencia, um einen Gynäkologen reißen? Auf Druck von Spielerfrauen?

»Es gibt Sportarten, gegen die kommt man nicht an, weil sie eine enorme Justizmaschine aufbauen können. Die kann sogar jene um den Job bringen, die den Sport regieren.«

»Auf der Versammlung ist über Trainingskontrollen konkret nicht gesprochen worden, und eine Beschlussfassung zwischen DFB und DFL ist mir nicht bekannt.«

Lesen! Bevor in zwei/drei Jahren die nächsten großen Enthüllungen Visionen kauputt machen.

Hauchzart

Gestern hab ich zum ersten Mal in diesem Berlin, in dem ja angeblich die große Weltpolitik und ne Menge Medien- und Fernsehkram gemacht werden sollen, eine semiprominente Person gesichtet, ihn hier:


Foto: © Monsieur Mati

Verliebt in Berlin-Gucker oder Ehemalige werden ihn kennen. Für mich wurde es schon Zeit. Nachdem ich nun jeden Tag an anzugtragenden Mitte-Hanswursten vorbeiflaniere, wurde es schon Zeit, mal irgendwie einen Hauch von diesem ganzen Berlin-Promi-Flair um die Nase wehen zu spüren. Ich hab mich jedenfalls darüber gewundert, dass der ViB-Typ auch im echten Leben so eine komische, angegelte Frisur trägt.

Hatte gerade diese Seite offen, als ich wieder dazu übergehen wollte, etwas Sinnvolles zu tun und da stellte ich fest, das unten in der Taskleiste neben der Wikipedia-Seite “The Bat!” flatterte. Das schändlichste Email-Programm, dass ich jemals nutzte und da kam die Frage in mir auf: Haben die Entwickler aufgehört, das Programm zu entwickeln, weil das “The Bat!”, die gefährderte Fledermausart, hätte ausrotten können?

Titel geklaut. Serienidee geklaut. Einfach alles geklaut. Trotzdem: Es gab ein Leben, welches das meine war, da war ich noch weit entfernt von dem Gedanken, mir mit der Medienbranche selbiges zu versauen. Oder kurz davor, eigentlich egal, denn ich hab schon in der dritten Klasse auf einen Steckbrief “Journalistin” als Berufswunsch geschrieben. “Archäologin” stand damals aber auch noch recht hoch im Kurs. Ich wette, bei beiden Worten hab ich irgendwo nachgeschlagen. Auf dem Steckbrief sind jedenfalls keine Schreibfehler. Aber ich komme vom Thema ab: Ich hatte schon viele Jobs. Und ich möchte darüber bloggen. Aber machen wir es so: Ich umschreibe, was ich gemacht habe, und ihr ratet, was ich gemacht habe, ja? Der Gewinner (der erste Kommentator, der richtig liegt, logisch) bekommt nichts. Es wird auch einfach zu einfach werden. Wenn ihr darauf keinen Bock habt, dann lass ich das beim nächsten Mal, nur momentan bin ich latent gelangweilt und will was Neues probieren. Also, Start.

Prä-Generation Praktikum

Mein erstes Praktikum also. Schülerpraktikum, zwei Wochen. Wie immer hatte ich keinen Plan. Keinen Plan, was ich mal machen wollte und keinen Plan, dass die Zeit, bis ich einen Praktikumsvertrag vorlegen müsste, schnell verfliegen würde. Ich war also ein bisschen in zeitlich-inhaltlichen Schwierigkeiten, hab das Praktikum dann aber trotzdem noch irgendwie pünktlich anfangen können.

Es verschlug mich an einen Ort, den ich damals schon von früher kannte. Nur jetzt kam mir alles sehr viel kleiner vor, als ich es in Erinnerung hatte. Es roch aber noch immer gleich, was regelmäßig Würgereize ob Erinnerungen an aufzuessenden Rosenkohl und auszutrinkenden Kinderkaffe in mir hervorrief.

Mein Arbeitstag sah in etwa so aus: Er fing früh an. Zuerst war es laut. Plaste schlug auf Plaste, Holz auf Holz und Plaste auf Holz. Getrippel und Geschrei. Manchmal stank es. Ich musste sehr oft nach unten schauen und in kleinen Räumen befanden sich viele Menschen. Mittags wurde es dann ruhiger und manchmal machte ich ein Schläfchen auf einer viel zu kurzen Matraze. Nachmittags ging’s dann nicht mehr so lange und die vielen Menschen in den kleinen Räumen wurden weniger. Manches Mal musste ich dann noch Essensreste von Stuhlbeinen wischen.

Highlight war, als die vielen Menschen die kleinen Räume verließen und ein bisschen herumliefen. Meine Aufgabe beschränkte sich dabei auf Schieben und Rufen. Manchmal schob ich etwas zu unaufmerksam über Füße drüber.

Fazit: Nett. Ich hatte nicht so viel zu tun und konnte lachen. Die Menschen waren mir sympathisch und ich Ihnen auch. Sie mochten meine Knie und vereinzelt klammerten sie sich buchstäblich an meinen Rockzipfel, damit ich nicht ging. Aber: Kein Job fürs Leben, viel zu wenig mit Wörtern zu tun. Schülerpraktikum - beurteilt nach seinem eigentlichen Nutzen - in den Sand gesetzt.

Eigentlich tue ich das ja nicht, aber meine derzeitige WG hat einfach alles abonniert: ZEIT, Handelsblatt, zitty - eben alles. So auch die NEON. Neugierig wie ich bin las ich nun gestern also darin und ertappte mich bei dem Gedanken, dass die Bebilderung der Artikel auch schon mal wesentlich kreativer war. Um nicht alles schlecht finden zu müssen und als Misepter zu gelten, Weil er wirklich interessant ist, fand ich einen Artikel mit der Überschrift “Schafft die Jugend ab!” wunderbar. Er handelt davon, dass das Wort Jugendlicher aus dem Wortschatz zu streichen ist, weil es nicht mehr eine Epoche zwischen 13 und 21, sondern einen Lebensstil beschreibt, der Leute jenseits der 30 lächerlich macht und es den Jugendlichen unmöglich, wirklich jugendlich, sprich rebellisch und so weiter zu sein. So oder so ähnlich!

Eine Sache find ich allerdings komisch an de Sache: Nimmt die NEON sich da nicht selbst den kommerziellen Wind aus den Segeln?

Die S-Bahnen fahren nicht. Es interessiert sie nicht. Sie sind gewohnt, dass etwas schief läuft, hier in der Großsstadt. Es ist egal, ob sie darauf vorbereitet waren oder nicht, es stört sie einfach nicht. Sie suchen sich wie selbstversändlich einen neuen Weg. Einen neuen Weg, um dahin zu kommen, wo sie jeden morgen hin kommen. Die neue Umgebung beachten sie dabei nicht. Statt über Brücken, strömen sie eben durch unteridische Gänge. Mit dem gleichen Gesicht wie jeden Tag. Dem gleichen Lied aus den Kopfhörern wie jeden Tag. Desinteressiert an der Lage, desinteressiert am Leben.

Neben mir sitzt eine dicke Frau und telefoniert. “Du, ich wollte dir nur kurz sagen, die S-Bahnen streiken. … Ja, sie fahren nicht, ich bin jetzt schon 20 Minuten länger unterwegs als normal und immer noch nicht da.” Sie lacht. “Ich wollte dir nur Bescheid sagen, dass du dich besser darauf einstellen kannst.” Ich lächle.

Hab mich nicht immer wohlgefühlt dabei, in den vergangenen Tagen. Nicht aus mangelnder Kreativität oder Lust oder aus Gründen wie ihre, sondern einfach weil ich nicht wusste, wohin. Wohin mit Casus Belli. Tagelang nach Themes gesucht, nach SEO-Optimierungen, Bookmark-Plugins, Klickzahlensteigerungsmöglichkeiten. Wie in einem Rausch auf der Jagd nach der nächsten Idee, wie man etwas besser machen kann. Nur manchmal kam mir der Gedanke: Wozu? Wozu der ganze Dreck, nur für ein paar lächerliche Klicks mehr von einem Referrer, der in den Deutschen Blogcharts unter den ersten 100 gelistet ist? Will ich eigentlich so Bloggen? Immer mit einem Auge auf den Leser? Auf DIE Leser? Nein.

Deswegen jetzt mal back to basics. Dieses Blog soll mit keine Arbeit machen, sondern Spaß. So steht es auch hier und das gilt weiterhin. Danke für diesen Artikel, der mich daran erinnert hat, dass ich auf dem besten Wege war, so zu werden wie alle, die ich immer belächelt habe.

Ich bin jung und gehöre einer Generation an, die mit ansehen muss, wie Generationen weit über der eigenen versuchen, genauso jung zu sein. Berlin ist ein Tummelplatz für allerhand skurrile Leute und die skurrilsten sind die, die ich von Weitem für maximal 24 halte und beim Näherhinschauen für mindestens 42. Ich muss dann immer an dieses Lied denken, forever young und so. Es ist grässlich und einer jener Ohrwürmer, die ich am liebsten mit einem Taschentuch zerquetschen möchte. Entegegen aller Vernunft versuche ich aber in die Textzeile “I just wanne live forever” ein “don’t reinzubasteln. Also ich tausche gedanklich das “just” mit “don’t” aus. Obwohl beides einsilbrig ist, will es nicht recht passen. Es ist wohl nicht besonders in, nicht forever young bleiben zu wollen.

Es geht mir gar nicht darum, dass ich nicht zu der lächerlichen Spezies gehören will, die ihre Jugend verpasst oder versaut hat, um sich jetzt daran festzukrallen, bis die gichtigen Finger weiß werden. Natürlich, ich will nicht mit Anfang 40 plötzlich wissen wollen müssen, wie es eigentlich ist zu kiffen oder was dran ist am die-Nacht-durchmachen. Wer ein Gespür für Kausalzusammenhänge hat, der weiß, dass hier jetzt eigentlich ein Satz kommt, der sagt: Deswegen verschwende ich meine Jugend in vollen Zügen, mach was draus, bla blubb. Der kommt nicht. Denn erstens drohe ich wieder abzuschweifen und zweitens ist das einer von den Sätzen, die ich nur an guten Tagen unterschreiben kann. Oder wenn ich betrunken bin.

Ich will irgendwann eine Antwort. Eine Antwort auf alle Fragen, die mir das dreckige Stück Lebenserfahrung meiner 20 Jahre nicht geben kann. Ich will nicht in zehn Jahren das selbe denken wie jetzt, um Gottes willen: Sollte das so sein, lebe ich in zehn Jahren vielleicht schon gar nicht mehr. Vielleicht will ich Kinder und einen Gartenzaun ums Einfamilienhaus - die Frage ist aber noch nicht geklärt. Ich will mit 40 nicht dasitzen und mich fragen, ob es sich lohnt zu leben. Ich will nicht immer Pizza und Bier gut finden. Ich will nicht mein Leben lang die ganzen dummen Fehler mache, die ich momentan sehenden Auges mache. Ich will irgendwann einfach ein Stück schlauer sein und am Monatsende nicht mehr regelmäßig knietief im Dispo stecken. Ich bin vielleicht nicht wie die ganzen Jungspunde in den melancholischen deutschen Jugendfilmen, aber hey: Ich habe auch keine großen Visionen, die mir durch das Ewachsenwerden noch genommen werden könnten, dafür aber Ziele, die umsetzbar sind. Klingt vielleicht traurig, war aber selten anders.

Ich will nicht, dass das alles morgen passiert. Noch bin ich jung.

Es gibt zwei Dinge, die ich nicht mag bzw. für die meine Kreativität nicht annähernd in 100 Prozent aller Fälle ausreicht: Überschriften und Bildunterschriften. Damit quäle ich mich. Besonders dienstags gegen 11 Uhr morgens im Printpool. Ich bewundere immer kreative Überschriften. Noch mehr eigentlich aber gute Bildunterschriften. Die sollen andere Informationen enthalten als der Text, gleichzeitig aber eben gehaltvoll sein. Was sie nicht enthalten sollen, zumindest nach meiner Auffassung und nach dem inflationären Gebrauch in Magazinen: Doppelpunkte. Das Wichtigste: Sie sollen nicht einfach beschreiben, was man sieht.

Nun hat jetzt.de wirklich tolle Texte, worauf ich ja schon des öfteren hinwieß. Bei den BU’s ist das so eine Sache mit jetzt.de: entweder sie fehlen, oder sie sehen so aus:

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/392537

Diese Selbstironie, dieser entlarvende Sarkasmus und dieser Abgesang auf einen uninspirierten Journalismus - das alles finde ich wunderbar erheiternd.

Berlin Berlin

Es gibt ja Leute, die interessieren sich für mein Leben. Und unter diesen Leuten gibt es Leute, die kennen ja Berlin nicht. Deswegen mal eine kleine, nicht wirklich feine, aber ausreichende Sammlung von Impressionen von hier.

Der Blick aus meinem Fenster. Noch. Bis heute. Oder morgen. Ich fahre jeden Tag mit dieser gelben Bahn. Ist eine U-Bahn, auch wenn es aussieht, als wäre sie eine S-Bahn. Und da steige ich in diese gelbe Bahn ein:

Auf dem Weg zur Arbeit sehe ich ihn. Und mache daran den Tag fest: Besonnt, benebelt, beregnet.

Da wo der Pfeil hinzeigt, da arbeite ich, nämlich genau hier:

Ob das Handeslzentrum oder der Copy Fix mein Arbeitsplatz ist - darüber schweige ich mich aus.

Und hier nochmal was nettes: Ich mit Berliner Ziegen.