Warum ich mir nicht die NEON kaufe

Weil Leute im Anzug, schätzungweise Mitte/Ende 30, in der S-Bahn stehen, und 4 Stationnen lang nichts anderes machen, als in das Magazin zu starren.

  1. lesen in der sbahn ist sowieso nicht das richtige. lieber andere beim lesen…ääh starren beobachten und dass dann hier aufschreiben.

    noch eine lustige sbahnanekdote: nichts ahnend auf eine sbahn warten, der ansagerfrau begeistert zuhören, weil sie “nach spandau zurückbleiben bitte” so ins mikro säuselt, dass man sich im telefonsexzentrum berlin fühlt, und dann eine männliche stimme vernehmen, der “einsteigen bitte” ins mikro lacht. dass alles früh am morgen und der tag ist gerettet.

  2. und das sollte man nur an den richtigen stellen als dass schreiben ;)

  3. Was empfiehlst du denn dann als S-Bahn Lektüre?
    Wäre es okay, wenn ich Neon in Jeans und T-Shirt lese?
    Ist Neon besser als Bild und MoPo und taz? Verbrennst du deinen iPod, weil die gleichen Anzugtragenden Neon-Leser mit dem weißen Stecker im Ohr zur Musik wippen? Und wieso lässt du dich von anderen beeinflussen, was du und was du nicht lesen und kaufen sollst. Arm! Immer schön gegen oder mit dem Mainstream, oder was? ;-)

    (Disclaimer: hab die Neon im Abo)

  4. @ christian:

    s-bahn-lektüre: du deutest dinge gerne um, mmh?

    mir doch egal, ob du die neon liest. es ist mir sogar egal, ob der von mir beschriebene typ die neon liest. oder ob ein punk die faz durchblättert. rückschlüsse auf mich lass ich nur dann zu, wenn das szenario eh schon vorhandene vorurteile erfüllt. am beispiel: neon ist der inbegriff der ich-bin-bis-mitte-fünfzig-jugendlicher-generation. damit verdienen die sich ihr geld, haben ihren erfolg.

    ich habe keinen ipod. hätte ich einen, würden er nur schmoren, nicht brennen.

    (disclaimer: ich mag die neon nicht. weil sie irgendwann langweilig wird, wenn man sie lange genug monat für monat liest. weil sie immer schön gegen den mainstream ist. und gegenströme erfinden sich nicht jeden monat neu.)

  5. Ah. Oh. Ja. Tatsächlich biege ich Dinge gerne so um, wie ich sie hätte. Und tatsächlich war nie die Rede von S-Bahn Lektüre. :-)

    Ist Neon wirklich der der Inbegriff der ich-bin-bis-mitte-Fünfzig-Jugendlicher-Generation? Ich finde, dass die inhaltliche Ansprache immer mehr teenagerhaft wirkt. Inzwischen tauchen die ersten Schüler und Abiturienten in den Kontaktanzeigen auf. Und auch die Themen werden immer mainstreamiger.

    Tatsächlich hat die Neon für mich seit ihrem Mini-Relaunch ein wenig an Charme verloren. Und bis dato hatte ich nicht den Eindruck, dass die Neon nur schnöselige alte Säcke lesen - sondern sie eher die Zeitschriftenlücke der gebildeteren 16 bis 22jährigen füllt.

    Lieben Gruß,
    Chrischan

  6. sie soll angeblich die lücke schließen. versucht das auch mit allen mitteln - junge, hippe sprache, interessante bebilderungen (die ich im übrigen immer, wenn ich mal ne neon sehe, sehr sehr gelungen finde). das problem ist wohl eher gesellschaftlicher natur. die leute fühlen sich so lange so jung.

    jetzt sagst du sicher: da kann man neon doch keinen vorwurf machen. recht hast du. aber: eben, die neon hat ihren charme verloren. und zwar nicht erst seit dem relaunch, sondern weil einem solchen konzept einfach die themen ausgehen müssen und die schreibstile in dem magazin so austauschbar sind. also untereinander. das ding ist von vorne bis hinten ein einziger großer artikel.

  7. ich muss mich jetzt irgendwie dazu gezwungen fühlen auch zu sprechen.

    die NEON war zu Beginn ihrer Zeit ein NOVUM. (höhö). sie war gut, sie war neu, sie war alles, was es vorher nicht gab in diesem sektor. ein erfolgsmodell.

    aber mit laberei bringt man auf dauer aber keinen subtilen und qualitativen content. ich war schon vor ner ganzen weile der meinung, dass dieses magazin nichts einzigartiges mehr hat. es orientiert sich am mainstream, um überhaupt noch themen zu finden. wobei ich hier mainstream nicht verurteilen will, nur vorher war neon der agenda setter in seiner kleinen zielgruppe. jetzt ist die zielgruppe der agenda setter der neon. und das ist arm.

    klar gibt es immer wieder themen, die auf der straße liegen. darüber zu schreiben ist auch gut. aber nur so lange, wie der stil und die themen nicht austauschbar wirken.
    wir wollen alle so anders und so offstream sein und bilden mit unserem individualismus doch wieder nur die zeitgenössische popkultur.
    LANGWEILIG! DURCHSCHNITT!

    wir brauchen was neues auf dem magazinmarkt. ich mach mich dann mal an die arbeit ;)