Terrassenkrimi

Fast zwei Jahre wohnt sie nun hier, seltsame Dinge sind geschehen, aber der farbschöne Aschenbecher, gesponsert von der Zigarettenmarke mit dem kleinen f und der großen 6, wurde bisher noch nicht in Mitleidenschaft gezogen.

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Doch nun erinnern da wo er stand nur noch der blasse Dreckabdruck und die Polizeimarkierungen an seine Existenz.

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Gestohlen wurde er, von dreisten Unbekannten, die das Eigentum Einzelner nicht achten. Am vergangenen Donnerstag oder Freitag muss es gewesen sein. Sachdienlich Hinweise dazu, was sich in dieser Nacht auf der Terrasse an der Feldstraße 5 zugetragen haben könnte, nimmt jede Polizeidienststelle und meine Kommentarfunktion entgegen.

Eigentlich hätte sie es wissen müssen, dass so etwas irgendwann geschieht. Ihre Terrasse war schon seit ihrem Einzug ein Schauplatz aberwitziger Ereignisse. Es fing harmlos an, Menschen nutzten die Terrasse als Durchgang, eine ältere Dame mit quietschender Gehhilfe gar als häufigen Spazierweg. Später wurden Schränke,Tische und Lavalampen vor ihrem Fenster vorbeigetragen. Nur leicht verwundert war sie dann auch, als die Polizei vorbeimarschierte, um beim Nachbarn ans Fenster zu klopfen. Die Nachbarn überhaupt sind wichtiger Teil der Geschichte. Geklopft wurde zu jeder möglichen und unmöglichen Zeit an ihr Fenster, geschnurrt wurden Zigaretten, Eistee, gar Muskatnuss sollte es eines Tages sein. Stühle wurden im Wochentakt verborgt. Als im Sommer quasi die ganze Wiese mit sich sonnenden Menschen bevölkert war, fragten wir uns, ob es nicht sinnvoll sei, morgens um sechs Uhr, mit einem Handtuch einen Liegeplatz zu reservieren. Oder gegen ein geringes Entgeld Dusche und Toilette zur Verfügung zu stellen. Ruhe jedenfalls herrschte selten. Selbst beim Fensterputzen wurde sie von eifrigen Nachbarn unterstützt, so wie sie es mache, ginge es ja nicht. Eines schönen Tages dann nutzen ein Dutzend junger Männer, die meisten von ihnen waren ihr unbekannt, ihre Terrasse wie selbstverständlich als Grillplatz.

Vielleicht, so denken wir manch weinseligen Abend, erwacht sie eines Tages vom Lärm einer Morgensport-Gruppe, die mit Gummimatten und Stirnbändern ihre Terrasse bevölkern. Wir hoffen, dass es soweit nicht kommt, obwohl es ohne Frage witzig wäre. Die dringenste unserer Hoffnungen ist jedoch, dass die dreisten Aschenbecher-Diebe zur Strecke gebracht werden. Als ich all diese Fakten in mein Protokoll aufnehme, läuft draußen vorm Fenster eine schwarze Katze von links nach rechts an ihrem Fenster vorbei. Zeit, das Rollo zu schließen.

  1. Mustaknuss?!?

    Btw: Feldstraße? Da wohnt doch auch der Ronny, vielleicht hat er es ja auf Video und macht dir ne DVD draus ;-)

  2. Schnurrende Nachbarn täten mich aber auch mal interessieren. Wenn sie sich in den Armen liegen, wie jaulende Katzen. Nur das sie eben schnurren. *Schnurr* *Schnurr*
    :P

  3. Ozzy.. wie geil! Ronny macht dir bestimmt ne DVD draus *rofl*

  4. P.S. Es lebe der Katzencontent!