Post. Wirr.

Wenn man von Mittweida nach Berlin fährt, ist das wohl der direkteste aller Wege von der Provinz nach … ja wohin eigenlich? Leben? Großstadt? Eigentlich sollte dieser Satz cooler und flüssiger kommen, das richtige Wort hab ich aber immer noch nicht. Das hier ist Liveblogging, also fragt euch nicht, warum ich das nicht einfach korrigiere und auf den Einfall des richtigen Wortes warte. Ich will euch damit nur zeigen, wie unfakig ich bin.

Weiter im Text. Am Freitag durfte ich exklusiv erleben, was dieses Provinz-Großstadt-Ding in der Praxis bedeutet. Ich werde Klischees wälzen müssen.

Neben mir im Zug saßen zwei Menschen, ich nehme mal an Sie und Er. Sie schliefen die meiste Zeit - verständlich bei der Uhrzeit - und sagten nicht viel. Wenn sie jedoch etwas sagten, hätte es passender nicht sein können.

Er: “Willste n Brötschn ham?” (Fahrgastbegleiterin der Vogtlandbahn - die im Übrigen toll ist und, so buchfunkt man in Mittweida, bald auch nach München fahren soll, noch mehr urbane Strecken für die Provinz also, aber ich schweife ab - blieb bei dem Stichwort “Brötschn” stehen)
Sie: “Hä?”
Er (schreit): “N Brötschn!!!????”
Sie: “Neeee.”
Er (zur Fahrgastbegleiterin): “Dann willsch och keens.”

Berlin-Schönefeld. Er: “Nu simmer beidn Preußn!” Sie sagte nichts. Was hätte sie auch sagen sollen? Dass sie mehr auf Österreich-Ungarn steht und damals in der Paulskirche für eine großdeutsche Lösung gestimmt hätte?

Ein paar Meter weiter, ich war längst wieder mit meinen Gedanken beschäftigt, schreits neben mir: “[sächsisch genuschelter Artikel] startet!!” Ich schreckte auf und sah, wie beide ihre Nasen am Fenster platt drückten. Ein Flugzeug, und es fliegt nicht nur einfach, nein es startet!

Berlin-Alexanderplatz. Sie: “Müssmer hier raus?” Er macht plötzlich auf Urberliner: “Nee, mir fahrn bis zum Schluss. Was willste denn am Aaalex? Da is doch nüscht.”

Ich hätte mich hier nicht darüber lustig gemacht nicht darüber berichtet, wäre mir nicht während der gesamten Fahrt ständig ein gefühlt vierliedriges Wolfgang Petri-Album ins Ohr geduselt. So laut, dass ich mich noch immer wundere, wie er dabei, die Stöpsel vom CD-Player im Ohr, schlafen konnte. So. Diesen Post hat er nun davon.

Alles Weitere zu Berlin später, vielleicht aber auch nicht, zum Bloggen fehlt mir die Zeit, nur so viel: “Ey, wenn du zum Zoo willst, musst du Wannsee aussteigen.” Insider, ich weiß, aber seitdem ist das ja in. Schon wieder, ups. Dazu sollte ich mich jedenfalls vielleicht noch äußern, überlege aber noch, was genau. Vielleicht lass ichs ganz, ich komme auch einfach zu spät zurück an mein Internet. Ich bin zu langsam. Ich bin einfach nicht Blog genug. Jedenfalls, lest das, wenn ihr’s noch nicht getan habt.

  1. danke für den pingback. nur leider ist er (wie immer bei dir) nicht bei mir angekommen…bei mir geht es jetzt endlich :)

    auf jeden fall lustige story, die hast du mir am samstag und freitag ja konkret vorenthalten. kuh *fg* ich hatte hier auch schon ein paar schlimme begegnungen mit sachsen im zug..in berlin..die alten saupreiß, wie se die brandenburger oder nördlich von sachsen alles nennen. schlimm. ich schäme mich für mein geliebtes heimatland.

  2. ich weiß auch nicht mit den pingbacks. alles, was automatisch funktionieren sollte, tut es bei diesem blog nicht. ich hab da wohl mal irgendwann was kaputt gemacht. hast du was gemacht, damit das funzt? ich hab mal zur probe nen trackback gesendet, vl geht wenigstens der. aber bestimmt wieder nicht so schön. arg.

    ja, ich hab die beiden patrioten-sachsen nicht erwähnt, stimmt. aber ich dachte mir schon, dass du das liest. :P

  3. klar lese ich es, mein lieblingsblog…

    ein lob soll ich auch von katha überbringen. sie musste so laut anfangen zu lachen auf arbeit, dass sie gleich das browserfenster wieder zugemacht hat :)