Tagschicht
Am schlimmsten sind die Tage, die widerwillig anfangen, wenn sie schon mittendrin sind. Aufstehen, nichts machen. Zähne putzen, nichts machen. Diese Tage sind kurz, gezählt in Zigarettenlängen und Löffelumdrehungen in Kaffeetassen. Diese Tage sind gedankenlos, bis zu dem Zeitpunkt, an dem das schlechte Gewissen elektronische Ströme im Gehirn duch zähnefletschende Wölfe ersetzt. Zähne putzen, Decke über den Kopf, Füße an den Bauch, nur damit der Tag vorbei ist.
Angenehm werden diese schlimmsten Tage, wenn sie nicht selbstzerstörerisch sind. Wenn diese apathische Gedankenlosigkeit einfach nur angenehm und unhinterfragt da ist, wie ein 14-Tage-Jahresurlaub. Wenn Gänsehaut von Sonnenstrahlen einfach genug körperliche Aktivität ist. Wenn das Gehirn einfach Pause macht und das Gewissen nichts dagegen hat.
Zu den besten werden diese schlimmsten Tage, wenn sie ein gutes Gefühl geben. Wenn körperliche Untätigkeit und augenscheinlich fehlende Produktivität keine völlige Geistlosigkeit bedeuten. Wenn mit der Trägheit des Schaffenden die wenigen Gedanken richtig gute sind. Wegen diesen Momenten kann ich Lethargie nicht einfach hassen.
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Metapher zählen tu ich nicht, sondern nach wie vor einfach lesen und wirken lassen. Guter Text, finde ich, aber dann las ich Lantzschis und fand ihn noch besser. Trotzdem ausführlicher Comment zu deinem: Was mir auffällt, dein Stil ist immer ähnlich - persönlich, nachvollziehbar, gut geschrieben. Was mich stört: der Leser muss bei dir nicht mitdenken, man kann einfach folgen. Das muss nicht schlecht sein, weil es einerseits heißt, dass deine Texte schlüssig sind. Andererseits kriegt das ganze irgendwie einen belehrenden Unterton.
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ich mag die bildhafte sprache. die vergleiche die du findest sind jedes mal aufs neue eine freude. susi muss ich zustimmen dass der leser bei dir quasi an die hand genommen wird beim lesen. allerdings muss es nicht unbedingt negativ sein, denn dieser stil ist sehr charmant. mir fällt aber auch auf, das der stil so, schon sehr oft vorkam. variationen im aufbau von den battletexten fände ich sehr erfrischend.
mein vote ging diesmal an lantzschi -
kenn isch, mag isch, vote isch.
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“Wenn das Gehirn einfach Pause macht und das Gewissen nichts dagegen hat.”
damit hast du meine stimme gewonnen.
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denise: sehr gut
lantzschi: mehr mut (zur poesie)votum: lantzschi

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