Battle-Runde #1: Die Bedeutung des Mannes 2010

Gut: Hängeschränke, Schlecht: Bier

Männer denken nur ans Ficken. Frauen auch. Die Emanzipation hat alle Unterschiede zwischen den Geschlechtern zum Bestandteil subjektiver Wahrnehmung gemacht. Früher standen Männer unangefochten und arrogant an der gesellschaftlichen Spitze. Heute beeilen sie sich, zu betonen, wie toll sie doch die Kollegin finden, halten ihr sogar die Tür zu ihrem Büro auf und lächeln tapfer über dessen geschmackvolle Einrichtung. Es zählt jenseits sexueller Fragen wenig, ob jemand einen Schwanz hat oder nicht.

Ich mag Männer. Schwarz-Weiß gedacht verbinde ich mit ihnen drei Dinge: Sex, Unkompliziertheit und Bier. Sex, weil ich drauf stehe. Unkompliziertheit, weil Männer seltener zickig sind und weniger über Dinge nachdenken, die nicht unmittelbar im pragmatischen Dunstkreis bevorstehender Handlungen liegen. Bier, weil sie nach einer variabel großen Anzahl Flaschen glauben, ihre sehr bescheidene evolutionäre Aufgabe zu erfüllen sei immer noch einfach und am einfachsten heute Nacht. Ich werde Männer brauchen, um Kinder zu bekommen, um sexuell ausgelastet zu sein und, ja, auch um Hängeschränke in meiner Küche anzubringen oder Winterreifen aufzuziehen. Einfach, weil manche Klischees Spaß machen. Es macht Spaß, mich an starken Schultern anzulehnen. Es macht Spaß, mir die schwere Einkaufstüte tragen zu lassen. Es macht Spaß, im Club Tequila ausgegeben zu bekommen. Es macht Spaß, zu wissen, dass das Rollenklischee nur ein amüsantes Spielzeug ist und ich im Zweifelsfall clever genug bin, Männern genau dieses Machogehabe vorzuwerfen.

Davon abgesehen sind lediglich menschliche Qualitäten von Interesse. Wenn mich jemand zum Lachen bringt, ist es völlig egal, ob auf Testosteron oder Östrogen. Mit Frauen führe ich die besseren Gespräche, aber auch nur, weil sie nun mal den gleichen emotionalen Apparat haben wie ich. Gespräche mit Männern sind entweder entnervend offensichtliches Mittel zum Zweck oder interessanter Einblick in eine rationalere Gedankenwelt. Männer suchen, wenn sie solo sind, krampfhaft nach einem Partner und verlieben sich zu schnell. Frauen denken zu viel nach. Papi lässt die Zahnpastatube offen, Mutti benutzt in der Dusche nie Haar-Auffang-Netze aus Plaste. Der Sohn fährt ohne Helm Motorrad, die Tochter lässt sich ein Bauchnabelpiercing stechen. Frauen können besser zuhören, Männer haben die einfacheren Lösungen für Probleme. Unentschieden. Aber mit guten Chancen und tollen Toren auf beiden Seiten.