Rechts das Gaspedal, links die Bremse, Vollgas. Kart fahren ist einfach.

Das im Hintergrund, im feschen roten Rennanzug, bin ich. Ich sah wichtig aus (”Wer ist hier für die Einteilung zuständig? Sie?”). Ich sah professionell aus. Zumindest solange bis ich das erste Mal im Reifenstapel klebte, die Vorderräder zu verkeilt, um mich ohne fremde Hilfe wieder rauszuschieben. Der nette junge Mann vom technischem Personal sollte noch des Öfteren über die Strecke huschen müssen, um Kart Nummer 4 aus einer misslichen Lage zu befreien.
Ein bisschen besser, aber immer noch schlecht, fuhren meine Teamkollegen. Unser Stolz darauf, alle drei noch nie Kart gefahren zu sein, schrumpfte nach Platz acht von acht nach dem Qualifying mächtig zusammen. In Galgenhumor schlug er dann um, als ich nach meinem ersten Renneinsatz (wir wechselten immer im Viertelstundentakt, sehr professionell, mit Kart-Nummer raushalten, um dem Fahrer zu signalisieren, er möge “rein” kommen) nur so um die acht Runden Rückstand hatte. Ich beschloss umzuschulen. Boxenluder vielleicht.
Unsere Platzierung bei Zieleinfahrt zu nennen, lass ich bleiben. Nur so viel: Auf dem Treppchen standen wir nicht.
Das Ganze ist wirklich ein Sport. Um alles aufzuzählen, was mir heute wehtut, müsste ich soviel tippen, dass mir noch mehr wehtun würde. Strapazen hin oder her: Fliehkräfte hautnah, Reifenquietschen, schön um die 180° Kurven rutschen, Zusammenstöße, fehlende Servolenkung - war schon geil. Und Komplimente gab’s auch: “Dafür, dass du sooft irgendwo querstandest, warst du ganz schön schnell. Naja, vielleicht nicht schnell, aber okay.” Danke. Ich übe mit meinem Bobbycar.

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